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Ist QE ein Krieg der Währungen?

GeldPosted by Gerhard Bastir 16 Mar, 2013 02:28:56

QE Abkürzung für quantitative easing soll der vorherrschenden Ideologie zufolge die Geldmenge erhöhen und damit das Wirtschaftswachstum anregen. Augenscheinlich hat das bisher nicht funktioniert.

Was ist also QE?

Mit QE bezeichnen die Zentralbanken den Aufkauf von Wertpapieren am Sekundärmarkt (die EZB nennt das OMT, ist aber im Prinzip das gleiche.

Damit werden die Bankbilanzen von wenig bis gar nicht handelbaren Wertpapieren befreit, ist somit je nach Kaufpreis für diese Papiere eine mehr oder weniger versteckte Finanzhilfe für Banken. Da durch die Bekanntgabe dieser Maßnahmen durch die Zentralbank sich der Wert der Anleihen erhöht (es findet sich schließlich doch noch ein Käufer) sinkt damit zwangsläufig der implizite Zinssatz. Eine Maßnahme die zuletzt als Erfolg gefeiert wurde, als damit die Zinssätze für die Neuverschuldung der PIIGS gesenkt wurden.

Die dahinter verborgene Logik ist eindeutig. Wenn die vorhandene Geldmenge zu klein ist um die Wirtschaft am Funktionieren zu halten, muss sie einfach erhöht werden. Zum überwiegenden Teil entsteht heutiges Geld durch Kreditvergabe. Wenn Kredite in größerem Ausmaß zurückgezahlt werden als neue aufgenommen werden, sinkt die Geldmenge. Die Zentralbanken glauben mit QE dagegen wirken zu können.

In Wirklichkeit wird durch diesen Vorgang aber nur die Zusammensetzung des Wertpapierportfolios der Banken verändert. Das Wertpapierdepotkonto wird um den gleichen Betrag verringert wie das „Girokonto“, das die Banken bei der Zentralbank unterhalten, erhöht wird. Dieses Konto wird Reservekonto genannt und stellt Forderungen der Banken auf Zentralbankgeld dar.

Das Geld liegt aber dort ungenützt herum, weil nur ein geringer Teil (eine Untermenge der Mindestreserven) für die Aufrechterhaltung des Zahlungsverkehrs gebraucht wird.

Banken haben keine Möglichkeit sich dieses Geldes zu entledigen. Sie könnten es bestenfalls an andere Banken verleihen deren Reserven nicht ausreichen den Mindestbestand zu erfüllen, nur würde es dann halt auf dem Reservekonto einer anderen Bank bei der Zentralbank liegen. Das Geld hat keine Möglichkeit der Zentralbank zu entkommen.

Grundlage für diesen Mythos der Steuerung der Geldmenge durch die Zentralbanken ist die Annahme dass Banken Reserven verleihen und je mehr Reserven im Bankensystem sind, umso mehr Kredite könnten vergeben werden. Unterstützt wird das durch die nahezu in allen einschlägigen Lehrbüchern kolportierte Theorie des Geldmengenmultiplikators nach der den Studenten beigebracht wird, dass, nachdem die Banken einen bestimmten Prozentsatz ihrer gesamten Einlagen als Mindestreserve zu halten haben (seit 18.01.2012 im Euroraum 1%) http://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Kerngeschaeftsfelder/Geldpolitik/Mindestreserven/mindestreserven.html der Multiplikator m = 1/0,01 = 100 beträgt.

Die Formel lautet dieser Theorie zufolge M = m x MB

Sie besagt folgendes:

  • Eine Person tätigt eine Einlage bei einer Bank von €100
  • Die Bank darf davon €99 als Kredit vergeben
  • Der Kreditnehmer gibt das Geld aus und der Empfänger zahlt es bei seiner Bank ein
  • Diese Bank verleiht dann wieder 0,99 mal 99 = 98,01 (sie behält sich 1% als Mindestreserve)
  • Die 98,01 werden bei der nächsten Bank eingezahlt
  • Die verleiht dann 0,99 x 98,01 = 97,03
  • Usw. bis der Kredit gegen 0 fällt

Aus €100 Einzahlung werden €10000 Kredit.

Das ist zwar eine nette Geschichte, nur das Bankwesen funktioniert so nicht. Eine Bank ist jederzeit in der Lage einem solventen Kreditnehmer mit ausreichenden Sicherheiten einen Kredit zu gewähren, vorausgesetzt die Mindestkapitalvorschrift wird eingehalten. Nachdem der Kredit gewährt wurde, wird im nachhinein der Bedarf an Reserven ermittelt und falls diese nicht ausreichen im Interbankenmarkt oder falls dort nicht erhältlich von der Zentralbank geliehen.

Wenn also das von Bernanke angekündigte Helikoptergeld tatsächlich in der Wirtschaft ankommen soll, muss es von jemandem ausgegeben werden, und dafür kommt nur der Staat in Frage. Er könnte es in Form eines Investitionsprogramms, einer Beschäftigungsgarantie oder schlicht als Grundeinkommen auszahlen. Als Beispiel könnte dafür die jüngste Entscheidung Japans Premierministers Shinzo Abe dienen, der gedroht hat mittels einer Gesetzesänderung der Zentralbank die Unabhängigkeit zu entziehen, sollte sie sich weigern ihre Geldpolitik den wirtschaftlichen Notwendigkeiten Japans anzupassen.

Es ist auch nicht wirklich einzusehen, warum die EZB in ihrem LTRO – Programm anfangs letzten Jahres 1.000 Mrd. Euro für die Banken aus dem Ärmel schütteln durfte, während die Staaten sich für die notwendigen Mittel für ihre sozioökonomischen Aufgaben als Bittsteller bei privaten Geldgebern anstellen müssen.

Conclusio:

QE so wie es heute praktiziert wird, dient nur der Bereicherung der Banken und hat keine Auswirkung auf die Realwirtschaft.

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